Verlagsprogramm


Band 2006 S.

Lehrerbuch

Die Lehrer und Lehrerinnen des Leipziger jüdischen Schulwerks 1912-1942, vorgestellt in Biogrammen (Sonderband 2006 des Leipziger Kalenders)

Autor(en) / Herausgeber
Barbara Kowalzik
Sprache(n)
Deutsch
Erscheinungsdatum
16.06.2006
Verarbeitung
Broschur
Umfang
290 Seiten
ISBN
978-3-86583-117-0
Preis
29.00 €
Dokumente / Vorschau
keine
Lieferstatus
lieferbar

Autor(en) / Herausgeber
Barbara Kowalzik
Sprache(n)
Deutsch
Erscheinungsdatum
16.06.2006
Verarbeitung
Broschur
Umfang
290 Seiten
ISBN
978-3-86583-117-0
Preis
29.00 €
Dokumente / Vorschau
keine
Lieferstatus
lieferbar
Beschreibung
Von 1912 bis 1942 bestand in Leipzig ein staatlich anerkanntes allgemeinbildendes jüdisches Privatschulwesen, das der Aufsicht des sächsischen Volksministeriums und des Leipziger Schulamtes unterstand. Als Höhere israelitische Schule gegründet, entwickelte sie sich zu einem Schulwerk mit verschiedenen Schultypen.
Das Leipziger jüdische Schulwerk (LJSW) war eine der wichtigsten jüdischen Kulturinstitutionen der Stadt, eng mit dem Leben der jüdischen Bürger, aber auch dem städtischen Schulwesen verbunden. Es wurde zur größten Privatschuleinrichtung in Leipzig. Die gesellschaftliche Integration der jungen jüdischen Generation zu befördern und die religiös gestützte jüdische Identität zu bewahren, waren die Gründungsziele. In den beiden ersten Jahrzehnten seiner Existenz besuchten das Schulwerk vorwiegend religiös gebundene Schüler, danach nahm es alle durch Antisemitismus und Rassengesetzgebung aus den städtischen Schulen vertriebenen Kinder jüdischer Herkunft auf.
Den Unterricht erteilten neben jüdischen, bis etwa 1936, auch eine beträchtliche Anzahl nichtjüdischer Volksschul- und FachlehrerInnen.
Der Schwerpunkt der vorliegenden Schrift liegt auf den Biogrammen. Ihnen wurden einordnende Abschnitte zur Entwicklung des Schulwerks, der Zusammensetzung der Lehrerkollegien, unter Berücksichtigung der zeitlichen Verhältnisse, in denen die LehrerInnen wirkten, vorangestellt.
Insgesamt bieten die Biogramme einen soziologischen Einblick in die Gesamtlehrerschaft einer Schule, geben Auskunft über die Herkunft der jüdischen Lehrer, ihre Familiengeschichte, ihre Ausbildungswege und Berufsentwicklung, die sie auch in die Geschichte der Juden in Deutschland einordnet.
Über die Biogramme soll an das bis 1933 gemeinsame Wirken der jüdischen und nichtjüdischen LehrerInnen ebenso erinnert werden, wie das Auseinanderfallen der Lehrerkollegien nach 1933 gezeigt wird. Ergänzt durch in den Text eingefügte Fotos und Dokumente, sind die Biogramme aber nicht nur als stadtgeschichtliche Erinnerungskultur zu verstehen, sondern können aus der Erforschung von Zeitgeschichte dienen.
Das NS-Regime führte mit dem staatlich geduldeten und geförderten Antisemitismus und der Rassengesetzgebung zu einem grundlegenden Wandel der bisherigen Minderheiten- und Ausländerpolitik in Deutschland, der eine einschneidende Veränderung des Schulwerks, seiner Struktur und Aufgaben erzwang.
Das jüdische Schulwesen in Deutschland und mit ihm das Leipziger Schulwerk erhielt nach 1933 einen neuen Stellenwert im Leben der jüdischen Gemeinschaft. Ausgehend von bestehenden Institutionen entfalteten sich Selbstbehauptung und Selbsthilfe.
Deutsche Geschichte wird in den gebrochenen und ungebrochenen Lebensläufen aller Mitglieder der Lehrerschaft des LJSW sichtbar.
Es war das Bemühen der Verfasserin, die jüdischen LehrerInnen nicht nur als Opfer nationalsozialistischer Verfolgungs- und Vernichtungspolitik darzustellen, sondern, wenn sie das „Glück“ hatten, Deutschland zu verlassen, ihren weiteren Lebensweg, den sie als Flüchtlinge in vielen Ländern der Erde unter ihnen fremden Bedingungen gehen mussten, aufzuzeigen.
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Von 1912 bis 1942 bestand in Leipzig ein staatlich anerkanntes allgemeinbildendes jüdisches Privatschulwesen, das der Aufsicht des sächsischen Volksministeriums und des Leipziger Schulamtes ...
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