In streng geheimen Kampfeinsätzen ihrer Geheimdienstorgane setzte die Sowjetunion während des „Großen Vaterländischen Krieges“ (1941–1945) und über das offizielle Kriegsende hinaus kriegsgefangene deutsche Soldaten und Offiziere gegen deren eigene Herkunftsmacht sowie gegen andere Feinde der Sowjetmacht ein. Diese Aktivität ging – zumindest teilweise – auf eine persönliche Veranlassung Jossif Stalins zurück.
Die eingebundenen Deutschen rekrutierten sich aus der Bewegung „Freies Deutschland“, also dem gleichnamigen Nationalkomitee (NKFD) sowie dem Bund Deutscher Offiziere (BDO); alle Beteiligten wurden dabei zu lebenslangem Schweigegebot über die erlebten Vorgänge verpflichtet.
Die Untersuchung stellt diese Vorgänge in den Horizont des Selbstverständnisses sowjetischer Kriegsgefangenenpolitik sowie in deren Traditionen. Im biographieorientierten Zugriff werden die Voraussetzungen und Eigenarten der Einsätze erörtert: Rekrutierungs-, Überzeugungs- und Selektionstechniken sowjetischer Kaderpolitik, die operativen Dispositionen der jeweiligen Aktionen sowie deren Ablauf und Ergebnisse. Die Erörterung folgt anschließend den Lebenswegen der Betroffen mit teilweise tödlichen Konsequenzen ihrer Beteiligung, regelmäßig aber einer lebenslangen Fortdauer der Wirkungen geheimdienstlicher Einvernahme selbst nach der Repatriierung.
Die Erörterung schließt mit einer Betrachtung über den seitherigen Umgang mit diesen Vorgängen, sie dokumentiert zudem den durchaus differenzierten selbstreflexiven, auch kritischen Umgang von Beteiligten mit ihrer Mitwirkung an dem damaligen Geschehen.
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In streng geheimen Kampfeinsätzen ihrer Geheimdienstorgane setzte die Sowjetunion während des „Großen Vaterländischen Krieges“ (1941–1945) und über das offizielle Kriegsende hinaus
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